Lipödem – ein ganzheitlicher Ansatz
Ein Erfahrungsbericht mit 10 Tipps

Lipödem ist keine Narbe, aber das Gewebe verhält sich ähnlich. Eine ganzheitliche Sicht auf das Krankheitsbild – plus 10 praktische Tipps für Betroffene.
Das Lipödem – umgangssprachlich und fälschlicherweise oft als „Reiterhosen" bezeichnet – ist eine Erkrankung des Fettgewebes. Meist an den Oberschenkeln zu finden, kann es in späteren Stadien (1–3) auch Oberarme, Unterschenkel und Nacken betreffen.
Fast ausschließlich Frauen sind davon betroffen, die zum Teil stark unter der optischen, aber auch häufig schmerzhaften atypischen Gewebeansammlung im Unterhautfettgewebe leiden. Das Fettgewebe und die Zellen verändern sich massiv, die Gefäße werden durchlässiger und brüchig – deshalb treten schnell und häufig blaue Flecken auf. Ständig ablaufende Entzündungen sind mit ein Grund für den schmerzhaften Verlauf dieser Erkrankung.
Bereits 1940 wurde das Krankheitsbild von zwei Ärzt:innen beschrieben (Allen-Hines-Syndrom). Leider ist seither aus medizinischer Sicht nicht viel passiert. Heutzutage scheint das beste Mittel der Wahl eine Liposuktion zu sein. Doch diese wird meist ohne tatsächliches Fachwissen zum Lymphsystem angewendet – der ohnehin geschädigte Gewebebereich, dessen Ödem-Neigung und Entzündungsbereitschaft werden um ein Vielfaches verstärkt. Das Ergebnis ist häufig schlimmer als vor dem Eingriff.
Ursachen und Ansatz
Die Ursachen des Lipödems sind genetisch oder hormonell ausgelöst (Pubertät, Schwangerschaft, Klimakterium). Auch Infektionen und Stoffwechselstörungen können das Geschehen begünstigen.
Mit nur einer Liposuktion ist das Problem nicht beseitigt – es bedarf eines ganzheitlicheren Ansatzes. Wichtig ist, an den tatsächlichen Stellfaktoren zusätzlich einzugreifen, um das, was im Gewebe befeuert und begünstigt, einzudämmen.
Das Gewebe selbst muss in den Fokus rücken. Häufig sind Patientinnen auf Zellebene schlecht aufgestellt und haben Versorgungslücken (Mitochondriopathie). Zusätzlich braucht das Gewebe regelmäßige Entlastung und Unterstützung (Selbstbehandlung, Lymphdrainage). Ein weiterer wichtiger Punkt ist eine auf das Gewebe abgestimmte Ernährung.
Die 10 wichtigsten Tipps
- Keine Sonnenbäder – direkte Sonne aufs Lipödem meiden, Sonnenbrand unbedingt vermeiden, LSF 30+.
- Keine Sauna, keine heißen langen Bäder.
- Keine Bürstenmassagen oder andere starke Massagen.
- Keine Wechselanwendungen warm/kalt.
- Milchprodukte meiden – sie verkleben Gewebe und Lymphen.
- Keine reizenden Pflegeprodukte – chemiefrei, ohne Parfüm, Silikone und Mineralöle.
- Enge Kleidung meiden.
- Viel gutes klares Wasser trinken – mehr als 2 Liter täglich, nach Möglichkeit Quellwasser.
- Kein exzessiver Sport – leichtes Bewegen und Yoga ja, aber gewebeschonend.
- Zucker und Gluten meiden, Wurst und Fleisch sparsam, keine Fertigprodukte oder Fast Food.
Ergänzend empfiehlt sich ein spezielles Lipödem-Fitnessprogramm mit gezielten Übungen, die das Gewebe fordern, ohne zu überfordern – plus täglich 5–10 Minuten Selbstbehandlung basierend auf der Lymphdrainage nach Földi.
Du hast eine Frage zum Thema oder möchtest mehr erfahren? Schreib uns oder buche eine Online-Sprechstunde.


